NLB-Volleyball

Schönenwerd Trainer Mikolaj Ostrowski: «Es gibt noch viel zu tun»

Unter dem neuen Trainer Mikolaj Ostrowski kämpfen die Schönenwerderinnen in der NLB um den Playoff-Einzug. Dafür müssen die Volleyballerinnen unter die Top vier kommen. Aktuell liegen sie mit einem Punkt Rückstand auf dem fünften Tabellenplatz.

Er wirkte nach dem Spiel etwas überrumpelt. Trainer Mikolaj Ostrowski, der die Schönenwerderinnen auf die laufende Meisterschaft übernommen hat, war gerade dabei, die Kamera abzumontieren, welche die Niederlage seines Teams dokumentiert hatte.

Der 38-jährige Pole zögerte lange mit seinem Fazit zum Spiel, das 1:3 gegen die Reserve von Neuenburg nagte an ihm, und sagte dann: «Ich muss zuerst das Video anschauen und dann genau analysieren, wie das genau gegangen ist.»

Sein Team, das mit drei Siegen und zwei Niederlagen in die Saison gestartet war, verschlief den Auftakt ins Spiel gänzlich, lag früh mit fünf (0:5) und in der Folge sogar mit acht Punkten im Hintertreffen (7:15). Die Westschweizerinnen holten sich den ersten Durchgang mit 25:19.

Im zweiten Satz präsentierte sich ein ähnliches Bild. Die Neuenburgerinnen diktierten das Geschehen und führten zwischenzeitlich mit zehn Punkten Vorsprung (17:7). 17:25 lautete am Ende das wiederum klare Verdikt aus Schönenwerder Sicht.

Aus der 21:20-Führung wurde ein 22:25-Satzverlust

«Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt, die Angriffe nicht fertig gemacht», kommentierte Ostrowski den 0:2-Satzrückstand. Vor allem über die Mitte klappte gar nichts bei den Niederämterinnen.

«Als wir im dritten Satz nichts mehr zu verlieren hatten, lief es besser.» Die Schönenwerderinnen gingen in der Startphase erneut in Rückstand, doch diesmal kämpfen sie sich zurück, lagen ab der Mitte des Durchgangs vorne und verkürzten mit einem 25:23.

Jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe. Schönenwerd lag im vierten Satz meistens vorne und stieg mit einer 21:20-Führung in die entscheidende Phase. Doch Ostrowskis Team gelang danach nur noch ein Punkt; Neuenburg holte sich den Satz mit 25:22 und somit die drei Punkte.

Das Tiebreak eigentlich schon in Griffweite, nervten den Headcoach die Fehler im entscheidenden Moment gewaltig. «Das ist auch eine Kopfsache. Wir wollten nur keinen Fehler mache und waren deshalb gehemmt im Angriff.»

Enge Situation in der Tabelle 

Nach der dritten Saisonniederlage fiel Schönenwerd in der Westgruppe der Nationalliga B auf Platz fünf zurück. Zum Abschluss der Vorrunde empfängt «Schöni» am nächsten Samstag den Tabellenzweiten Edelline Köniz.

«Unser Ziel sind die Playoffs, also ein Platz unter den besten vier Klubs», sagt Ostrowski. Therwil dominiert die Liga und liegt mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze. Zwischen Platz zwei und sieben beträgt die Differenz lediglich fünf Punkte.

Visp und Neuenburg auf den Plätzen drei und vier haben im Moment einen Punkt Vorsprung auf Schönenwerd. «Es warten noch viele schwierige Gegner, einfache Spiele gibt es nicht in dieser Liga. Jeder will unbedingt oben bleiben», sagt Ostrowski.

«Es macht Spass, mit diesem Team zu arbeiten»

Seine bisher letzte Karrierestation waren die Männer von Uni Bern in der NLA. Obwohl es von der Liga her eher ein Rückschritt sei für ihn, fühlt sich Ostrowski bei den Frauen von Volley Schönenwerd sehr wohl.

«Mir gefällt es hier gut und es macht Spass, mit dem Team zu arbeiten. Es gibt aber noch viel zu tun, denn die Spielerinnen sind teilweise sehr jung und unerfahren.» Die Mischung im Team dafür optimal. Die Jungen können von den Erfahrenen wie Laura Sirucek oder Milica Cupac lernen.

Während die Männer aktuell ihre zehnte Saison in der NLA absolvieren, kehrten die Frauen von Volley Schönenwerd erst am Ende der Saison 2017/18 in die Nationalliga zurück. In der NLB schafften sie es dank 20 Punkten aus 14 Qualifikationsspielen auf Anhieb in die Finalrunde; als drittbestes Team der Westgruppe. Sie beendeten die Saison auf dem für einen Aufsteiger hervorragenden vierten Platz.

Autor

Raphael Wermelinger

Artboard 1