Ständerat-Wahlkampf

«Ehe für alle» spaltet das ungleiche Doppel: Zehn Fragen an die Ständeratskandidaten

Roberto Zanetti und Christian Imark sind sich bei der Ehe für Gleichgeschlechtliche nicht einig. (Symbolbild)

Zehn Fragen an die beiden Ständeratskandidaten Roberto Zanetti (SP) und Christian Imark (SVP) vor dem 17. November (Teil 3).

Am Sonntag wird gewählt: Nun geht es für SP-Amtsinhaber Roberto Zanetti und SVP- Herausforderer Christian Imark im Schlussspurt des Ständerat-Wahlkampfs darum, möglichst viele Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.

Darin sind sich die Auguren einig: Die Höhe der Wahlbeteiligung wird der entscheidende Faktor sein. War sie schon am 20. Oktober vergleichsweise tief, ist beim 2. Wahlgang vom 17. November mit einer noch tieferen Quote zu rechnen.

Im dritten und letzten Teil der 10-Fragen-Serie dieser Zeitung äussern sich die beiden Kontrahenten noch einmal zu aktuellen politischen Fragen. Und dies bewusst kurz: Sowohl Zanetti als auch Imark ist in die Nase gestochen, dass die Redaktion aus Platzgründen in den vorhergehenden Folgen leichte Kürzungen vornehmen musste. Nun denn: «Nüt für unguet» – diesmal garantiert ungekürzt.

Roberto Zanetti

Der knapp 65-jährige Vollblutpolitiker liefam 20. Oktober zwar als Zweiter über die Ziellinie, verfehlte aberdas absolute Mehr.

1.) Der Bundesrat will, dass SBB-Kunden bei einer Verspätung von ein bis zwei Stunden eine Entschädigung bekommen. Dies aber nur, wenn dass Billett 40 Franken oder mehr kostet. Ein tauglicher Vorschlag?

Roberto Zanetti: Nein, er ist ungenügend.

Christian Imark: Die SBB sollte primär an ihrer Pünktlichkeit arbeiten.

2.) Entschädigungen hin oder her: Fakt ist, dass das Verkehrssystem zunehmend kollabiert. Braucht es mehr Strassen, mehr Schienen. Oder etwas ganz Anderes?

Roberto Zanetti: Mehr öffentlichen Verkehr auf Schiene und Strasse

Christian Imark: Wegen der Bevölkerungsexplosion haben wir einen gewaltigen Infrastrukturbedarf.

3.) SBB-Chef Andreas Meyer hat seinen Abgang bereits angekündigt. VR-Präsidentin Monika Ribar bleibt, obwohl sie heftig unter Druck ist. Eine gute Entscheidung?

Roberto Zanetti: Das muss die Wahlbehörde Bundesrat beurteilen.

Christian Imark: Sie sollte auch gehen.

Christian Imark

Der 37-jährige Schwarzbube wurde am 20. Oktober alsNationalrat am besten wiedergewählt. Bei der Ständeratswahl kam er auf den dritten Platz.

4.) Der Bundesrat will, dass die KKW-Betreiber mehr in den Stilllegungsfonds bezahlen. Das passt diesen gar nicht. Ist die Entrüstung gerechtfertigt?

Roberto Zanetti: Nein.

Christian Imark: Absolut gerechtfertigt.

5.) Der erhöhte Finanzierungsbedarf lässt den Druck auf die Betreiber zusätzlich steigen. Ist das – auch mit Blick auf das zum Teil öffentliche Eigentum an den Anlagen – volkswirtschaftlich sinnvoll?

Roberto Zanetti: Ja.

Christian Imark: Nein, es ist kurzfristig und gefährlich.

6.) Der Evangelische Kirchenbund hat beschlossen, der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare zuzustimmen. Ein richtiger Schritt?

Roberto Zanetti: Ja.

Christian Imark: Das muss dieser Kirchenbund selber wissen.

7.) Die Katholische Kirche macht es anders: Die Bischöfe nehmen keine Stellung und verweisen darauf, dies sei eine Frage des Zivilrechts. Nachvollziehbar oder einfach billig?

Roberto Zanetti: Das ist nachvollziehbar.

Christian Imark: Nachvollziehbar.

8.) Wenn es die «Ehe für alle» dereinst geben wird: Ist das dann auch das Signal für das Erlauben der Samenspende für lesbische Paare?

Roberto Zanetti: Nicht zwingend.

Christian Imark: Juristisch gesehen schon.

9.) Die Skisaison steht bevor. Machen Sie sich aus Klimagründen mit Fellen und Tourenskis auf in die Berge oder lassen Sie sich von Skiliften hinaufziehen?

Roberto Zanetti: Von Sesselliften und Luftseilbahnen.

Christian Imark: Für die Benutzung von Schweizer Bergbahnen habe ich kein schlechtes Gewissen.

10.) Zum Abschluss des langen Wahlkampfes: Sagen Sie uns, was für Sie die lustigste Begegnung, das amüsanteste Ereignis war.

Roberto Zanetti: Die Podiumsdebatte im Kofmehl.

Christian Imark: Die Hubertusfeier der Thaler Jäger.

Autor

Balz Bruder

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