Es waren bange Minuten, die Hänni und seine Crew bei der Verkündung der letzten zehn ESC-Finalisten durchleben mussten. Erst an achter Stelle, als man befürchten musste, die Schweiz habe an dem Wettbewerb eine erneute Schlappe einzustecken, hiess es: "Switzerland". Die Schweiz ist weiter.

"Oh mein Gott, Leute, wir sind im grossen Final", jubelte ein überglücklicher Luca Hänni nach der Veranstaltung in die Kameras des Schweizer Fernsehens. "Wir haben alle geweint auf dem Sofa. Ich hasse solche Momente, in denen es um Entscheidungen geht." Zuletzt hat er einen solchen wohl 2012 erlebt, als er die Castingsendung "Deutschland sucht den Superstar" gewann.

Der Moment, in dem die Schweiz jubelte:

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Die Bilder von Hännis Auftritt:

Nicht ganz unerwartet

Rückblickend ist Hännis Etappenerfolg nicht ganz so überraschend. Der 24-Jährige wurde schon im Vorfeld immer wieder als Favorit gehandelt. Glaubte man in den vergangenen Tagen den Wettbüros, so könnte dem Berner im Final vom morgigen Samstag gar ein Platz in den Top Ten winken.

Nach seiner Leistung am zweiten Halbfinal lässt sich diese Prognose mit soliden Argumenten untermauern. Der Tanznummer "She Got Me" stach aus den 18 Darbietungen am Donnerstagabend in den Augen zahlreicher Betrachter deutlich heraus. Zwischen zuweilen eher kraftlosen Songs und zurückhaltenden Bühnenspektakeln, versetzte Hännis Auftritt das rund 7000-köpfige Publikum im Tel Aviv Convention Center in Begeisterung. Selbst als er gegen Ende des Songs ein bisschen ausser Puste geriet, jubelten die Zuschauer weiter.

Dabei hätte es ganz anders kommen können - noch wenige Tage vor dem Wettbewerb hatte der Sänger seine Stimme beinahe verloren. Dank viel Ingwertee und Zurückhaltung beim Reden sei sie aber rechtzeitig zurückgekommen, erzählte Hänni dem Schweizer Fernsehen kurz vor der Show am Donnerstag in Israel.

Kein Durchschnaufen

Ausser der Schweiz haben es folgende Länder eine Runde weiter geschafft: Nordmazedonien, Holland, Albanien, Schweden, Russland, Aserbaidschan, Dänemark, Norwegen und Malta. Sie alle treten gegen die automatisch qualifizierten Big Five (die finanzstärksten ESC-Länder) Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Spanien sowie die Finalisten aus der ersten Halbfinalrunde an. Diese sind: Australien, Tschechische Republik, Griechenland, Weissrussland, Serbien, Zypern Estland, Island, Slowenien und San Marino.

Nun geht die Reise also weiter. Oder wie Hänni ironisch meinte: "Jetzt geht das Ganze wieder von vorne los. Jetzt haben wir den Seich." Der Sänger und seine Tanzgruppe werden nun also wacker weiterproben, weiterfeilen, um die Schweiz am Samstag, wenn auch US-Popstar Madonna auftreten wird, noch einmal glücklich zu machen.