Dulliken

Beim Samariterverein Dulliken stieg das Adrenalin

megaphoneLeserbeitrag aus Dulliken

Beim Samariterverein Dulliken stieg das Adrenalin

Eine stattliche Anzahl Samariter nahmen kürzlich an der Monatsübung teil. Die Juli Übung steht traditionsgemäss unter dem Motto „Allwetterübung“, d. h. egal unter welchen Wetterbedingun­gen (Sonne/Regen) wird ein Parcours im Dorf abgelaufen, wo die Samariter jeweils auf ver­schiedene Ereignisse stossen. Die Samariter werden in diesen verschiedenen Fallbeispielen aufgefordert, ihr vermitteltes Wissen gezielt und gekonnt anzuwenden. Nun zeigt sich, was von der Theorie noch hängen geblieben ist. Nach den jeweiligen Postenaufgaben werden diese mit den Samariterlehrerinnen/Arzt nochmals diskutiert und nachbesprochen.

Nach der Gruppeneinteilung liefen wir Richtung Coop, wo die erste Gruppe eine Angestellte, die am Ende der Treppe beim Wareneingang lag, vorfanden. Die Person hatte sich offenbar beim Sturz mit dem Fuss am Treppengeländer verkeilt und war im ersten Moment nicht richtig ansprechbar. Hier wurde getestet, ob nebst anderen wichtigen Sachen vor allem der Halsschie­nengriff (bei jedem Sturz wichtig) zur Anwendung kommt.

Weiter ging es Richtung Bahnhofunterführung, wo eine junge Dröglerin bewusstlos auf der Treppe sass. Sie war umringt von leeren Weinflaschen, Medikamentenschachteln und die Spritze steckte immer noch in ihrem Arm. Wurde an den Selbstschutz gedacht? Soll die Spritze herausgezogen werden oder nicht? Muss die Polizei miteinbezogen werden?

Plötzlich wurden wir von einer Frau darauf hingewiesen, dass hinter dem Bahnhof ein PW parkiert ist und sich ein Kleinkind im Wagen befindet. Sie meinte, dass es so komisch aussieht und ganz rot im Gesicht wäre. Sie hätte jedoch keine erwachsene Person in der Umgebung gesichtet. Wie schnell reagiert die Gruppe und getraut sie sich überhaupt, die Fenster am Auto einzuschlagen? Wird daran gedacht, das Kleinkind möglichst schnell in den Schatten zu brin­gen und zu kühlen?

Nach dem Adrenalinschub liefen wir Richtung Fussballplatz, wo wir von weitem eine männliche Person am Boden liegen sahen. Kein Problem, sehen wir mal nach. Doch so einfach zeigte sich die Situation nun doch nicht, denn sein treuer (Hunde-) Begleiter, der schützend über ihm stand und uns seine spitzen Zähne zeigte, liess niemand Fremdes an sein Herrchen ran. Wie sollen wir uns verhalten? Versuch wagen an den Mann heranzukommen oder doch lieber Polizei und Tierarzt anrufen?

Danach begaben wir uns Richtung Aare, wo wir schon bald auf eine hysterische Mutter trafen, die mit ihren Armen wild um sich schlug und nicht wusste, was sie tun sollte. Dort fanden wir ihren Sohn vor, der kopfüber im Sand am Ufer lag und bewusstlos war. Schnell erkannte man, dass der Sohn nicht mehr atmete und sofort reanimiert werden musste. Jetzt war schnelles Handeln angesagt. Wie organisiert sich die Gruppe? Denn nun müssen zwei Patienten betreut werden; beim Sohn geht es um Leben und Tod, und die Mutter muss ebenfalls beaufsichtigt werden.

Nach der aufregenden Allwetterübung durften wir die Gastfreundschaft des FC Dulliken genies­sen, wo uns ein reichhaltiges Salatbuffet, zwei versch. Paellas (Poulet/Meeresfrüchte) und ein feines Dessert erwartete. Die inzwischen etwas müde gewordenen Samariter genossen offen­sichtlich den gemeinsamen Abend und unterhielten sich angeregt über das eine oder andere Fallbeispiel und weitere lustige Themen. Nach den Gesichtern zu beurteilen, war es wiederum eine sehr gelungene Übung, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die fünf Fallbeispiele haben wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, den Samaritern nebst der Theorie auch die Möglichkeit zu bieten, dass sie ihr Wissen in die Praxis umzusetzen und üben können. Damit dies auch gelingt, versuchen die Samariterlehrerinnen mit viel Aufwand und Herzblut möglichst realistische, dem Alltag entsprechende, Ereignisse darzustellen.

An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Figuranten, der Carrosserie Büttikofer AG und dem FC Dulliken für die Gastfreundschaft, die zum guten Gelingen dieser Allwetter­übung beigetragen haben.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Die Übungen des Samaritervereins Dulliken finden jeweils am ersten Dienstag im Monat, von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr, in der Zivilschutzanlage statt.

Weitere Infos unter: www.samariterverein-dulliken.ch oder auf

www.facebook.com/samaritervereindulliken

Monika Bärtschi

Artboard 1