Gipf-Oberfrick

Nächster Anlauf für Tempo 30 in Gipf-Oberfrick: 571 Unterschriften eingereicht

Hannes Erb und Melanie Jenni haben 571 Unterschriften an Gemeindeammann Regine Leutwyler und Vizeammann Georg Schmid (v. l.) übergeben.

Das Threma Tempo 30 ist in Gipf-Oberfrick ein Dauerbrenner. Ein Komitee kämpft für eine flächendeckende Einführung und stösst beim Gemeinderat auf offenere Ohren als auch schon.

Tempo 30 sorgt in Gipf-Oberfrick seit Jahren für heisse Diskussionen und rote Köpfe. 17 Jahre ist es her, als eine erste Petition für Tempo 30 in den Quartieren mit 421 Unterschriften eingereicht wurde. Der Gemeinderat stand dem Anliegen damals noch ablehnend gegenüber. Der damalige Gemeindeammann Andreas Schmid sorgte per Stichentscheid für die Ablehnung des nötigen Fachgutachtens – und in der Referendumsabstimmung gab es dann gar ein deutliches Nein. Vor zehn Jahren beantragte der Gemeinderat erneut einen Projektierungskredit. Diesmal gab es an der Gmeind ein Ja, doch in der Referendumsabstimmung an der Urne obsiegten erneut die Tempo-30-Gegner.

Mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Nun wird das Thema erneut aktuell. Ein Komitee von rund 40 Personen hat im September und im Oktober im Dorf Unterschriften für die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in den Gipf-Oberfricker Quartieren gesammelt. 571 Personen haben unterschrieben. Gestern haben Melanie Jenni und Hannes Erb vom Komitee «Pro Tempo 30 für mehr Wohnqualität» die Unterschriftenbögen an Gemeindeammann Regine Leutwyler und Vizeammann Georg Schmid übergeben.

Es sei aus ihrer Sicht überfällig, dass Gipf-Oberfrick in den Quartieren Tempo 30 einführe, betonte Jenni bei der Übergabe der Unterschriften. Es gehe um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg. «Mit dem Wachstum der Gemeinde hat auch die Zahl der Autos zugenommen. Quartierstrassen, die früher wenig befahren waren, sind nun stärker frequentiert.» Überdies sei Gipf-Oberfrick mit seiner langen Kantonsstrasse und den beidseits von ihr abzweigenden, eher kurzen Quartierstrassen für Tempo 30 prädestiniert, ergänzte Erb.

Seitens der Gemeinde nimmt man die Petition gerne entgegen. Im Kommunalen Gesamtplan Verkehr, der 2017 vorgestellt wurde, sei die mittel- bis langfristige Umsetzung von Tempo 30 in den Quartieren vorgesehen, betonte Vizeammann Georg Schmid. Dass nun erneut ein Anstoss aus der Bevölkerung kommt, stimmt ihn positiv. «Das Anliegen wird dann wohl besser mitgetragen.»

Man sei mit den Petitionären in Kontakt gestanden und wolle nun keine Zeit verlieren, ergänzte Regine Leutwyler. Entsprechend sind die 25 000 Franken, die es für die Erstellung des notwendigen Fachgutachtens braucht, auch bereits im Budget für das kommende Jahr enthalten.

Über das Budget wird an der Gemeindeversammlung vom 22. November abgestimmt. Dann zeigt sich ein erstes Mal, ob der Eindruck von Hannes Erb richtig ist. «Während der Unterschriftensammlung hatte ich das Gefühl, die Leute warten auf Tempo 30», sagte er. «Die Einstellung hat sich in den letzten Jahren gewandelt.»

Bei einem Ja zum Budget soll das Fachgutachten möglichst rasch erstellt werden, damit die Grundlagen für eine sachliche Meinungsbildung vorliegen. Über die definitive Einführung und den dafür notwendigen Kredit entscheidet dann erneut die Gemeindeversammlung.

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