Tongrube Gruhalde

Der Name des Raubdinosauriers von Frick war ein Geheimnis – bis jetzt

Ben Pabst gelingen immer wieder Sensationsfunde – so auch 2017. (Frick, 4. Dezember 2017)

Den Raubdinosaurier, der 2006 und 2009 in der Fricker Tongrube Gruhalde ausgegraben wurde, kann man seit 2011 im Fricker Sauriermuseum bestaunen. Sein Name wurde der Öffentlichkeit jedoch lange Zeit vorenthalten. Dies hatte seine Gründe.

Es war ein ebenso lange wie gut gehütetes Geheimnis: der Name des Raubdinosauriers, der 2006 und 2009 in der Fricker Tongrube Gruhalde von Ben Pabst und seinem Team ausgegraben wurde und dessen Überreste man seit 2011 im Fricker Sauriermuseum bestaunen kann. «Zuerst musste die wissenschaftliche Arbeit abgeschlossen und publiziert werden», erklärt Museumsleiterin Andrea Oettl die lange namenlose Zeit. Das ist nun geschehen; die Arbeit wurde kürzlich in der Fachzeitschrift «Nature Ecology & Evolution» veröffentlicht. Damit darf Oettl das Geheimnis endlich lüften: Der Fricker Raubdino heisst «Notatesseraeraptor frickensis gen. et sp. nov». 

Oettl lacht am Telefon, als der Journalist versucht, den Namen auszusprechen. «Ich musste auch dreimal ansetzen, um den Namen zu lesen.» Die wissenschaftliche Arbeit, verfasst von Marion Zahner vom Paläontologischen Institut der Universität Zürich, habe sie mit Interesse gelesen, sagt Oettl. Sie sei wirklich spannend und gut.

200 Merkmale mussten abgeglichen werden

Bleibt die Frage: Wie kommt man bloss auf einen solchen Namen? Die Namenswahl habe viel mit dem gefundenen Saurierskelett zu tun, erklärt Oettl. Der zweite Teil des Namens, Raptor, heisst übersetzt Räuber. Der erste Teil steht für «MerkmalMosaik». «Das gefundene Skelett weist wie ein Mosaik die Merkmale ganz verschiedener Saurierarten auf», erklärt Oettl. Man habe lange nicht gewusst, wo man ihn genau zuordnen müsse. Über 200 Merkmale mussten mit den verschiedenen Saurierarten weltweit abgeglichen werden. Dies sei auch der Grund, weshalb es so lange gedauert habe, bis die Publikation vorlag. «Dahinter steckt eine immense Arbeit.»

Aus dem Abstract zur Publikation geht hervor, dass der Fricker Dino zu den Theropoden-Sauriern gehört. Er lebte in der Spät-Trias, also vor über 200 Millionen Jahren. Wie die meisten seiner Artgenossen war auch er ein Fleischfresser. Über die europäischen Theropoden weiss man bislang eher wenig. Da es sich beim Fricker Dino «um ein ausserordentlich gut erhaltenes Theropoden-Skelett» handelt, ist er für die Wissenschaft doppelt interessant.

Andrea Oettl ist nun vor allem froh, dass der Raubsaurier endlich seinen Namen hat. Und, wer weiss, vielleicht bürgert sich ja schon bald ein Kosename ein. «Noti» wäre eine Option. Eine andere: «Fricki».

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Autor

Thomas Wehrli

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